Sorgencafé – Ein Ort, an dem Sorgen leichter werden dürfen
Nicht jede Überforderung ist sofort sichtbar.
Manchmal sind es ungeöffnete Briefe, liegen gebliebene Anträge oder Formulare, die einfach nicht ausgefüllt werden. Manchmal ist es das Gefühl, dass alles zu viel geworden ist. Besonders in der Schwangerschaft und im ersten Jahr mit einem Baby erleben viele Eltern eine Zeit großer Veränderungen – körperlich, emotional und organisatorisch.
Aus meiner Arbeit als Hebamme weiß ich, dass Überforderung nichts mit mangelndem Willen zu tun hat. Häufig fehlen einfach Kraft, Orientierung oder der Mut, den ersten Schritt zu machen. Genau deshalb habe ich das Sorgencafé ins Leben gerufen.
Was ist das Sorgencafé?
Das Sorgencafé ist ein kostenloses, ehrenamtliches und niedrigschwelliges Angebot für Schwangere und Familien mit Babys.
Hier dürfen Sie ankommen, durchatmen und Unterstützung finden – ganz ohne Angst vor Bewertung oder Scham.
Sie entscheiden selbst, was Sie mitbringen möchten:
- ungeöffnete Briefe
- Streit in der Familie oder Nachbarn etc.
- Geldsorgen
- Sorgen rund um die eigene Existenz
- Anträge oder Formulare
- Fragen zu Behörden oder Krankenkassen
- Unsicherheiten rund um finanzielle oder organisatorische Themen
- oder einfach das Gefühl, dass Ihnen gerade alles zu viel wird.
Gemeinsam schauen wir, welche nächsten Schritte sinnvoll sind. Oft reicht schon ein verständnisvoller Blick von außen, um wieder handlungsfähig zu werden.
Niemand muss sich erklären
Im Sorgencafé gilt:
Sie müssen Ihre Geschichte nicht erzählen.
Sie müssen sich nicht rechtfertigen.
Sie dürfen anonym bleiben.
Alles, was im Café besprochen wird, bleibt vertraulich.
Viele Eltern erleben bereits als große Erleichterung, festzustellen: Ich bin nicht allein.
Hilfe beginnt oft mit dem ersten Schritt
Immer wieder erlebe ich Familien, die vorhandene Hilfsangebote gar nicht nutzen – nicht, weil sie diese ablehnen, sondern weil der erste Schritt zu groß geworden ist.
Deshalb arbeite ich eng mit Beratungsstellen und sozialen Einrichtungen zusammen. Immer wieder sind unterschiedliche Fachpersonen zu Gast im Sorgencafé. So lernen Sie die Menschen hinter den Institutionen kennen und können Kontakte in einer entspannten Atmosphäre knüpfen.
Das Sorgencafé versteht sich nicht als Ersatz für Beratungsstellen, sondern als Brücke dorthin.
Warum mir dieses Projekt wichtig ist
Als Hebamme begleite ich Familien in einer besonders sensiblen Lebensphase. Dabei habe ich immer wieder erlebt, dass nicht nur gesundheitliche Fragen belasten, sondern auch Bürokratie, Unsicherheit, Erschöpfung oder das Gefühl, mit allem allein zu sein.
Ich wünsche mir einen Ort, an dem Scham keinen Platz hat und an dem Eltern erleben dürfen, dass Hilfe anzunehmen kein Zeichen von Schwäche ist.
Manchmal beginnt der Weg aus einer Krise nicht mit einer großen Veränderung – sondern damit, dass jemand den ersten Brief gemeinsam mit Ihnen öffnet.
Sie sind herzlich willkommen.
Nächster Termin:
27.09.2026 im Kursraum der Praxis im „Haus 37“, Walgernheide 37, Warendorf.
Ich bitte um eine Anmeldung per Email an anitawallow@gmail.com für die Planung.
